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Historie
der |
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Schützengesellschaft
von 1848 Hagenburg - Altenhagen e.V. |
Es ist äußerst bedauerlich, dass zu Beginn meiner Arbeiten ein wichtiger Informant und
Zeitzeuge, Ehrenoberst Wilhelm Schaer, am 11.10.2000 verstorben ist. Auch zu seinem Gedenken ist die Historie geschrieben worden.
Der Vorläufer der Hagenburger Schützengesellschaft war die im Revolutionsjahr von 1848 aufgestellte Bürgerwehr. Warum gab es diese Bürgerwehr, die im
damaligen Fürstentum sogar die Bezeichnung "Bürgergarde" innehatte ? Die Bürgerwehr wurde offensichtlich im Amt Hagenburg zu Beginn der Märzrevolution
im Jahr 1848 auf Fürstlichen Erlass aufgestellt oder reaktiviert. Diese dem Souverän eines Staates direkt unterstellte Truppe hauptsächlich rekrutiert aus
Männern des Mittelstandes sollte gendarmerietätige Arbeiten zum Schutze der öffentlichen Ordnung wahrnehmen. Dokumente über die Schaumburg-Lippische
Bürgerwehr sind nur schwer auffindbar, aber auch in anderen Landesteilen des damaligen Deutschen Bundes wurden während der Märzunruhen Wehren gebildet,
so auch im benachbarten Königreich Preußen. Das nachstehende Dokument zeigt den Anordnungsbefehl des preußischen Königs Friedrich-Wilhelm - und
Amtskollegen des Souveräns Georg-Wilhelm - wobei gewisse Parallelitäten zum Fürstentum unverkennbar sind.
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| Dokument 1:
Die Revolution nimmt ihren (in Berlin blutigen) Lauf: Order des
Amtskollegen Georg-Wilhelms, des preußischen Königs
Friedrich-Wilhelm |
Beim Abklingen der revolutionären Ereignisse wurden die Wehren überflüssiger und lösten sich nach und nach in den Ämtern bis spätestens 1849 nach der
Niederschla- gung der Revolution mit dem Fall der Festung Rastatt auf.
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Zur Pflege der bis dahin entwickelten Traditionen innerhalb dieser Wehr beantragte der
Hagenburger Kaufmann Ludwig Wirth (Nr. 61) im Jahre 1848 bei der Fürstlichen Hofkammer zu Bückeburg in Schaumburg-Lippe die Durchführung eines Festes in
Verbindung mit einem Scheibenschießen. Die erste urkundliche
Erwähnung des Königsschießens der Hagenburger Bürgerwehr wird als Geburtsstunde der
Schützen- gesellschaft betrachtet. Ein Sekretär SHD Georg-Wilhelm
antwortete, dass dem Wunsch zur Ausrichtung des Festes stattgegeben wurde. Der Schießplatz war in der Nähe der damaligen Holzkolonie, heute allgemein
als Kolonie bezeichnet. Die Kolonie war ca. 10 Minuten zu Fuß vom damaligen Ortskern entfernt.
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| Bild 1: Fürstlich
amtliche Genauigkeit : Katasterkarte des Forstbezirks Hagenburg um die
Jahrhundertwende. Deutlich ist an den Forstunterbezirken 12 und 13 die
damalige Ausbreitung des Waldes zu erkennen, die bis an den Försterteich
reichte. Im Forstunterbezirk 14 (Kolonie) ist der 100m - Schießstand
eingezeichnet, der sich auch heutzutage noch an der Stelle dort befindet. |
Der Festplatz war zur jener Zeit nicht etwa wie heute zwischen Försterteich
und Hain- holzstraße, sondern er befand sich östlich der damaligen
Staatsstraße nach Stolzenau, etwa im Bereich zwischen der heutigen
Kiefernstraße und Schützenstraße. Dabei darf man sich den Platz nicht
als geräumige und gerodete Fläche im heutigen Sinne vorstellen. Auf
einer größeren Lichtung im Wald – ähnlich der Freifläche vor dem
jetzigen Schützenhaus - wurde ein kleines Zelt zum Feiern und gemütlichen
Beisammensein aufgestellt. Schausteller- und Fahrgeschäfte gab es
nicht. An der Nordostseite des Festplatzes war der nach der heutigen
verrohrten gleichnamigen Straße der "breite Graben", welcher
parallel zur heutigen Schützenstraße verlief. Dort wurden allabendlich
zum Schützenfest an einem kleinen Holzsteg Posten der Schützengesellschaft
aufgestellt, damit im angeheiterten Zustand niemand hinein fallen
konnte. Auf westlicher Seite grenzte der Festbereich, wie schon
beschrieben an die Staatsstraße nach Rehburg– der heutigen Bundesstraße
441 an. Warum fiel die Auswahl auf diesen Ort ? Der Festplatz lag ca.
200 m vom Ort entfernt. Hagenburg war damals ein Straßendorf, d. h. an
der Hauptstraße (Lange Straße) lagen zu beiden Seiten
landwirtschaftliche Gehöfte oder handwerkliche Be- triebe. Als einzige
Neben- straße gab es die Straße "Im Hainholze", in der in
der Ortserweiterungsphase nach 1844 die ersten Gebäude errichtet
wurden. Aufgrund der Lage des Festzeltes wurde beim Festumzug die
Ortschaft in ihrer ganzen Länge durchquert.
In den damaligen Statuten wurde die Pflege der Kameradschaft und der
Geselligkeit festgelegt. Sozusagen als Nebenprodukt fand ebenso das
Scheibenschießen damit Anklang. Die Satzung hat im Übrigen mit kleinen
zeitgemäßen Änderungen bis heute ihre Gültigkeit. Auch ein
Spielmannszug hat sich später um die Jahrhundertwende etabliert.
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| 3. Festablauf,
Ausstattung und Uniform |
Der FESTBEGINN wurde Mitte des 19. Jahrhunderts höchstwahrscheinlich
auf einen Sonntag festgelegt. Der FESTUMZUG ist aber mehr eine preußische
Tradition, die nach Bismarcks Reichseinigung 1871 wohl mit der Preußifizierung
der Uniform und der Abläufe eingeführt wurde. Auch in anderen Schützen-Gilden
und Kameradschaften wurde in den Gründerjahren Gebräuche, Uniformen
und Traditionen dem Preußentum angepasst.
Mit der Einführung preußischer Festabläufe wurde dann nach der
Reichsgründung das damalige Programm geändert, so dass das Fest mit
einem sonntäglichen Umzug durch den Ort begann, wo als Ziel ein
Festplatz angesteuert wurde. Preußische Zeremonien wie Militäraufmärsche
waren als Demonstration der Stärke für die Öffentlichkeit gedacht. So
war es dann auch bei der Schützengesellschaft, die den Festumzug damals
wie heute aber mehr als Präsenz- und weniger als Machtdemon- stration
verstand. Folgerichtig wurde dann am ersten Tag, dem Sonntag, nach dem
Festausmarsch und dem Einzug auf den Festplatz zunächst der BEGINN des
Festes gefeiert. Als Solidaritätsbeweis an den Souverän des Fürstentums
Schaumburg - Lippe, trat man dann erneut in Marschformation am Montag
auf dem Schlossplatz an und marschierte dann von dort aus erneut zum
Festplatz ins Zelt. Hier wurde dann von jedem Schützen ein Schießgeld
erhoben. Während des Frühstücks gingen dann die Schützen vereinzelt
zum Schießstand um den König auszuschießen. Diese Abläufe behielt
man bis Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts bei.
Man trug als "Uniform" zunächst "bürgerlich", d.
h. einen schwarzen Anzug, der mit einer Schärpe in
schaumburg-lippischen Farben dekoriert war. Historische Beweise aus der
Zeit vor 1900 sind leider nicht zu finden. Andere Vereine und
Gesellschaften dekorierten sich aber ähnlich. Erst nach der Reichsgründung
1871 kam dann wohl die an Preußens Uniform erinnernde Schirmmütze mit
der doppelten Kokarde. Wie aus historischen Fotografien zu ent- nehmen
ist, blieb man bis 1954 dieser Kleider- ordnung treu. Nach dem
verlorenen Krieg verbot die britische Besatzungsmacht vorerst jegliche
Uniformen für schießsportfördernde Vereine, so dass man bis 1954 in
bekanntem "Halb-Zivil" marschierte. Erst 1955 legte sich die
Schützengesellschaft dann die bekannten grünen Jacken zu, auch mit dem
Hintergrund, dass der Fokus jetzt mehr auf den Vereinssport gelegt
wurde, wo man mit der Einführung von Uni- formen den Mitgliedern eine
bessere Identifizierung mit der Gesellschaft geben konnte. Weiterhin prägt
eine gleichaussehende Kleidung das Zugehörigkeits- und Zusammenhörigkeitsgefühl.
Ab etwa 1967 ist das Symbol der Schützengesellschaft das Wappen des
Fleckens Hagenburg; es wird seitdem am linken Ärmel getragen.
Die Bekleidung der Schützen, die viele Vereine heutzutage als Schützenjacken
oder Schützenkleidung bezeichnen, ähneln heute mehr einer mit
traditionellen Abzeichen versehenen militärischen Kleidung in dunkelgrüner
Farbgebung. Nicht zuletzt ver- stärken die getragenen grünen Schirmmützen
mit einer preußischen und einer schaumburg-lippischen Kokarde diesen
Ein- druck. Der Spielmannszug trägt "Schwalbennester" an den
Ärmelansätzen der Schultern. Diensthabende Offiziere durften und dürfen
sich während des Schützenfestes mit einem Säbel und besagter Schärpe
bekleiden. Darüber hinaus lehnen sonstige Gebräuche wie das Grüßen,
militärische Zeremonien (u.a. auch der Große Zapfenstreich),
Kommandogebung an die Gebräuche der Bundeswehr an.
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| Bild 2:
Das letzte Fest vor der Völkerschlacht : Schützenfest 1914. Als
Tambourmajor fungierte Heinrich Schaer (Schmiede, Nr. 75). Wie man
erkennt, gab es Blechblasinstrumente unter den Spielleuten. Hinter dem
Spielmannszug reitet der Major (damals 1. Vorsitzender) hoch zu Ross,
dann folgen das Fahnenkommando und die Schützen. |
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| Bild 3:
Die Gegenwart, die auch schon wieder Vergangenheit ist: Es hat sich nach
76 Jahren einiges verändert. Aus der gleichen Perspektive wie Bild 2 der Schützenumzug im Jahr 1990. Vorn Oberst Harald Hoff, Konrad
Schubert, dahinter Major Karl-Wilhelm Möller mit seinem Adjutanten
Peter Rakelbusch. |
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Bis zum Ersten Weltkrieg hatte der erste Vorsitzende den Rang eines Majors inne. Während des Ersten Weltkriegs fand kein Schützenfest statt, da viele aktive
Mit- glieder in die Kaiserliche Armee einziehen mussten. Erst im Jahre 1921 wurde die aktive Vereins- und Festtätigkeit wieder aufgenommen; dieses Mal unter
einem Schützenoberst als erstem Vorsitzenden der Gesellschaft. Als Folge des Ersten Weltkrieges wurde zwischen heutiger Schützenstraße und Kiefernstraße
für Kriegs- versehrte das Gebiet zum bevorzugten Baugebiet erklärt und der
dortige Wald (In Bild 1 die Forstbezirke 12 und 13) gerodet. Es entstand in den
20er Jahren die "Siedlung". Die Folge war: Der alte Schützenplatz im Wald musste weichen; die Gemeinde sah als neuen Platz den alten Dreschplatz am
Ortsrand beim Försterteich vor und dekorierte ihn Mitte der 20er Jahre mit jungen Birken. Von nun an war diese Freifläche der neue Festplatz, und ist es bis
heute. Aufgrund der Ausdehnung des Ortes befindet sich dieser Platz aber inzwischen mehr in der Ortsmitte.
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Bild 4: Unter sengender Sonne im Großdeutschen Reich:
Schützenfest 1938 oder 1939. V.l.n.r.: Wilhelm Borchers, Karl
Hellenberg, Wilhelm Ohlhagen, Heinrich Rust, Wilhelm Biermann, Wilhelm
Schlie, Heinrich Rakelbusch, Karl Wulf, Wilhelm Kuckuck, Friedrich Wulf,
Wilhelm Schweer, stellvertretend für Heinrich Meuter. Der auf dem Pferd
sitzende Schütze hält in seiner Hand einen Karabiner 98K. Mit diesem
Wehrmachtsmodell wurde vor dem 2. Weltkrieg der König ausgeschossen.
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Während des Zweiten Weltkriegs fielen die Schützenfeste erneut aus. Als die alliierten
Streit kräfte 1944/45 die Reichsgrenzen überschritten, wurden in Hagenburg aus
Furcht vor vermeint lichen Repressionen durch die zukünftigen Besatzer viele
Schützenscheiben an den Giebeln demontiert und vernichtet, so
dass aus der Zeit vor diesen Jahren nur wenige schlecht erhaltene Holzscheiben existieren.
Bis zum Jahr 1949 durfte dann auf Druck der britischen Militärregierung keine
Vereins- und Gesellschaftstätigkeit, die mit dem Schießsport in Verbindung
stand, betrieben werden. Dennoch durfte nach der Gründung der Bundesrepublik 1950 wieder mit Luftgewehren ein König auf einem provisorischen Stand in
der Kolonie ausgeschossen werden. In den Jahren 1950 bis 1954 durften trotz Allem zu den Festen Uniformen nicht getragen werden. Der heute gängige
Ausdruck "Schützenfest" war verboten. Das Fest wurde für zwei Jahre zum "Volksfest"
umbenannt. Man behalf sich wieder mit dem guten Anzug und den auf den Schultern getragenen bekannten Rangabzeichen sowie der Schützenmütze.
Auf dem Schießstandgelände im Hagenburger Holz wurden aber jetzt Nägel mit Köpfen
gemacht. Aus dem Schießplatz, welcher einem luftigen Freigelände mit Auflagemöglichkeit für KK-Gewehre glich, wurde 1953 eine feste Unterkunft gemacht. Das Schützenhaus in seiner heutigen Form wurde 1954 auf seinem
angestammten Platz im Blockhausstil fertiggestellt und Ende der achtziger Jahre in der
Innenaus- stattung renoviert. Allerdings wurde die Schussbahn von 100 m auf 50 m verkürzt. Die Ruine des alten Trefferaufnahmehäuschens ist heute noch zu sehen. Von 1955 bis Anfang der 60er Jahre mussten noch Schützenbrüder
in der Anzeige deckung die Ergebnisse übermitteln. Dann wurden die Scheiben per Handkurbel zum Schützen zurückgeholt. Erst 1972 stellte man auf
elektrischen Betrieb um. Hinzugekommen ist auch seitdem ein Pistolenstand. Doch noch einmal ein Blick zurück:
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| Bild 5:
Zum Königschießen sind 1955 in lockerer Runde mit sogenannten
"Heujacken" (Preis: 18 DM) vor dem Schützenhaus Spielleute
und Schützen vereint: v.l.n.r.: Willi Grießmann, Heinz Frenzel, Walter
Busch (im Hintergrund lächelnd), Friedrich Wulf, Wilhelm Schaer (der spätere
Oberst), Heinrich Tieste, Heinrich Schweer |
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Bild 6: Endlich einheitliches Outfit in zeitgemäßer
vierknöpfiger Uniformjacke: Das Offizierskorps im Jahr 1957. Obere
Reihe v.l.n.r : Erich Büsselberg (HptFw), Heinrich Hasemann, Cord
Bothe, Arnold Peters, Rudolf Nolte, Willi Schweer; untere Reihe
v.l.n.r.: Wilhelm Kuckuck (Vater der Vereinslokalwirtin), Wilhelm Hugo
(Oberst), Wilhelm Ohlhagen (Ehrenoberst), Wilhelm Biermann, August
Rohrsen, Wilhelm Meier. Die beiden Adjutanten tragen die Schärpe noch
im klassischen Sinne.
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Gegen Ende der 50er Jahre wäre der Festplatz am Försterteich auf Vorschlag des neu
gebil deten Fremdenverkehrsvereins beinahe zum Opfer gefallen. Dieser schlug dem damaligen Gemeinderat vor, auf dem Freigelände einen Campingplatz zu
er- richten und das Schützenfest auf dem damaligen Sportplatzgelände bei
der Kolonie stattfinden zu lassen; doch der Vorschlag wurde vom Rat der Gemeinde abgelehnt.
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6. Gruppierungen innerhalb der Schützengesellschaft
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Aufgrund der gewachsenen Historie und Statuten ein Fest zur Feier einer
Königs- proklamation zu feiern, zu dem alle Bürger von Hagenburg und Altenhagen
eingeladen waren, fand das Schützen- fest – ganz im Gegensatz zu den Festen in den
Nachbar- gemeinden und in der weiteren Um gegend – nicht in Rottgruppen statt. Dennoch war und ist die Schützengesellschaft kein
homo gener Verein, die stur den Beschlüssen einer Hauptversammlung, des Komitees oder der Satzung
unterworfen ist. Zunächst sei an dieser Stelle die Herrenschießgruppe kurz erwähnt. Der Schießsport wurde nun Mitte der 50er Jahre nach dem Bau des
Schützenhauses aktiv auf Vereins-, Kreis- und Landesebene betrieben. Mit der Bildung der Schießgruppe wurde die
Gast stätte Haberlah zur Vereinsgaststätte der Gesellschaft deklariert. Dieses kam so: Friedrich Kleinelsen benötigte einen Schießraum, möglichst ortsnah, zum regelmäßigen Üben. Der jetzige Dart- und
Spielmannszugübungsraum auf der linken Seite der Gaststätte wurde inspiziert. Da der Raum für eine 10m-Bahn nicht geeignet war, entfernte der in der
Gaststätte oben wohnende Heinz Weiss in einer "Nacht und Nebel
Aktion" kurzer- hand eine Wand. Somit war der Raum auf 10 m verlängert und zwei
Luftgewehr- bahnen konnten installiert werden. Mitte der 60 er Jahre baute man den derzeitigen Luftgewehrstand auf.
Im Jahre 2000 entstand aus der Herrenschießgruppe der Sportschützenverein Hagenburg (SSV), welcher aber aufgrund seiner Satzung sehr eng mit der
Schützen- gesellschaft verflochten ist. Vor sitzender des Sportschützenvereins ist Ingbert Edeler, der in Personalunion Offizier des Königsschießens der
Schützengesellschaft ist.
Als weiteres Beispiel für die Bildung einiger "nicht-offizieller" Gruppen ist die im Jahr 1958 gebildete Mannschaft um Walter Busch, welche sich nach einem
Weltkriegs- roman (1. Weltkrieg) des Schriftstellers Werner Beumelburg, den Namen "Gruppe Bosemüller" gab. Die "Gruppe Bosemüller" bestand aus sieben
Mann und gab sich im Ratskeller zu Hagenburg im August 1958 eine selbst auferlegte Satzung, in der prinzipiell die Kameradschafts- und Fürsorgeform der
Gruppe festgelegt wurde. Spätere Gruppen, wie "Altenhäger Trecker" oder "RV (=Ralf Ventur)- Wagen" schufen ähnliche Strukturen um sich selbst ein Stück
Identität zu geben.
Kommen wir aber noch einmal zur "Gruppe Bosemüller" zurück:
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| Bild 7: Gemusterte
Socken waren vor mehr als 40 Jahren kein Hindernis: Die "Gruppe
Bosemüller" : v.l.n.r. Otto Koch, Karl Korte, Wilhelm Gernand,
Wilhelm Ohlhagen, Walter Busch, Wilhelm Mensching und Wilhelm Tieste.
Die Aufnahme wurde 1958 an der Nordostseite des Schützenplatzes
gemacht, als dort noch keine Bebauung vorhanden war.
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Interessant ist, dass die Statuten der "Gruppe Bosemüller" den Verlauf des
Schützen- festes in den 50er Jahren wiederspiegeln.
Da bis in die 50er Jahre der Samstag regulärer Arbeitstag war, hielt man bis 1961 das Fest nur am Sonntag und Montag des zweiten Wochenende im Juli ab.
Der Zapfenstreich wurde spät am Samstagabend durch den Spielmannszug vor dem Gasthaus oder im Saal des Festwirts
abge halten. Am Sonntag marschierte man – wie heutzutage – vom Schulhof zum Umzug durch den Ort. Anschließend war Tanz und Geselligkeit im Zelt angesagt. Mit Musik, die meistens von einer
kleinen Kapelle dargebracht wurde, und einem Frühstück, welches damals kurioserweise eine reine Herrenangelegenheit war, ging es am Montag weiter.
Während des Frühstücks ging man in die Kolonie zum Schießstand um seine Schüsse fürs Königsschießen
abzu- geben. Schützen, die keine Lust aufs Schießen
hatten blieben im Zelt und feierten weiter. Der Spielmannszug holte um 14 Uhr die Kinder von der Schule zum Kinderfest ab. Spätnachmittags gegen 18 Uhr
wurde dann die Scheibe des Schützenkönigs am Giebel angebracht. Weitere Scheiben der Damenkönigin oder des Jugendkönigs gab es zu der Zeit noch nicht.
Abends ging es mit Musik und Bier dann auf dem Festzelt weiter.
Da für die meisten Arbeitnehmer ab 1961 der Samstag arbeitsfrei war, und das Festzelt am Samstagabend schon stand, änderte die Schützengesellschaft ein
Jahr später den zukünftigen Festverlauf ab, um das Programm auch zeitlich etwas zu entzerren.
Seit 1962 wird traditionell am Samstagabend mit dem Zapfenstreich von nun an im Festzelt das Fest eingeläutet. Erster Zapfenstreichoffizier, der den Zug in das
Festzelt führte, war der noch junge Leutnant Wilhelm Ohlhagen, Sohn des Ehren-Oberst, aus der Bosemüller-Gruppe.
Ständig steigende Mitgliederzahlen machten ebenso ein Vorverlegen des
Königs- schießens auf den ersten Sonntag im Juli erforderlich. Waren es 1960 noch 300
Mitglieder, 1975 ca. 400, 1985 600, so waren es im 150jährigen Jubiläumsjahr schließlich 700 Schützenschwestern und Brüder, die aktiv und passiv am
Gesell- schaftsleben mitwirkten. Die Schützenschwestern durften sich mit der Bildung einer Damenschießgruppe aber erst 1967 in dieses Leben integrieren. Erste
Vor- sitzende der Damengruppe war von 1967 bis 1973 Ingeborg Neumann, die 1968 als erstes
weib- liches Mitglied in den Rang eines Leutnants gewählt worden ist. Ab 1974
über- nahm Traute Winterstein dieses Amt, die wiederum 1988 von Annemarie Rust
ab- gelöst wurde. Im Zuge der Gleichberechtigung mit
den männlichen Unteroffizieren, dürfen seit 1997 auch die Schützen-
schwestern am Montagabend auf dem Festzelt Tanzbandkontrolle durchführen.
Im Jahre 1970 schlossen sich die bis dato voneinander unabhängigen Gemeinden Hagenburg und Altenhagen zusammen. Um das Miteinander der Bürger
beider Orts- teile zu unterstreichen, benannte sich 1974 die Schützengesellschaft Hagenburg in Schützengesellschaft
Hagenburg- Altenhagen um. Die erste Altenhäger Offizier war Heinrich Schirmer.
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| Bild 8:
Mit Dutt und Pfennigabsätzen im Gleichschritt für Gleichberechtigung:
Die Schützenschwestern marschieren 1967 zum ersten Mal mit. V.r..n.l.:
Helga Kroker, Elli Nolte, Inge Neumann, Helene Binder, dahinter
Annemarie Rust, links davon Helga Kühn und u. a. Ilona Wiebke, Traute
Winterstein.
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Anlässlich des 125jährigen- und des 150jährigen Jubiläums fand 1973 bzw. 1998 in Hagenburg das Kreisschützenfest des Schützenverbandes Schaumburg
statt, bei dem 1973 erstmalig ein Festkonzert am Montag zum traditionellen Frühstück
veran- staltet wurde. Es spielte das
Landes- polizeiorchester Niedersachsen auf. Von nun ab wurde der Montagmorgen ein musikalischer Höhepunkt des Festes. Bis 1981 spielten verschiedene Polizei- oder Militärkapellen auf.
1978 war sogar die "Regimental Band of the 22nd (Cheshire) Regiment" der Royal Army in Hagenburg zu Gast. Auf Initiative von Michael Schaer, dem Sohn
des lang- jährigen 1. Vor- sitzenden, trafen sich im Jahr 1982 erstmalig Ehemalige und
Aus- zubildende des
Ausbildungs- musikkorps der Bundeswehr (Hilden, bei Düsseldorf) in Hagenburg um flotte Märsche, fröhliche Ouvertüren und heitere Operettenklänge den Besuchern näher
zu bringen
Seit Mitte der 80er Jahre kamen zur klassischen Komponente der Musik auch Pop- und
Rock elemente hinzu. Inzwischen ist das Festkonzert weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt geworden. Im Durchschnitt sind es 80 Musiker und Musikerinnen, die die Schützenschwestern, Schützenbrüder und deren Gäste
schon morgens in Schwung bis hin zur Ekstase bringen. Prominente Persönlichkeiten aus dem Land- und Bundestag finden alljährlich ihren Weg nach
Hagenburg.
Bis in die heutige Gegenwart hat sich dieses für Hagenburg und Umgebung
groß- artige Ereignis bewahrt.
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Quellen : - 650 Jahre
Hagenburg, Heinrich Munk, 1978
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Sammlung von Chroniken über
100 Jahre alter Vereine, Heinrich Wulf, Hagenburg, 1994
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Berichte und Chroniken über
Hagenburg des Niedersächsischen Staatsarchives, Bückeburg
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Fotografien von Heinrich
Tieste, Hartmut Jahn, Heinrich Wulf, Gasthaus Haberlah, Ratskeller
Hagenburg, eigene Bilder
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Mündliche
Berichte von Heinrich Tieste, K.-D. Jahn, Friedrich Rakelbusch, Heinrich
Schaer, Willi Knoke,
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Mariechen Haberlah,
Karl-Wilhelm Möller, Kurt Stahlhut, Hartmut Jahn, Friedrich Kleinelsen,
Wilhelm Ohlhagen.
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Satzung der "Gruppe
Bosemüller", Ratskeller Hagenburg, 1958
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Kartenmaterial : Niedersächsisches
Staatsarchiv, Bückeburg Zentrale Landesbibliothek (ZLB) der Hauptstadt Berlin,
Berichte über die Berliner Bürgerwehr im Jahr 1848
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Landesbibliothek
Niedersachsen, Hannover
Die Geschichte der Schützengesellschaft zu dokumentieren ist und bleibt ein
fort- laufender Prozess. Für die Darstellung im Web wurde auf die komplette
Version der Historie, die in- zwischen auf mehr als 27 DIN A4 Seiten in Form einer
Bilddoku- mentation angewachsen ist, mangels Datenkapazität verzichtet.
Statistische In- formationen, wie die Auflistung der Vor- sitzenden, Könige, Königinnen und
Tambour- majore, sind in dieser langen Fassung enthalten.
Dennoch ist die ausführliche Schilderung der historischen Ereignisse noch weiter in Entwicklung, weil ich noch längst nicht alle weiteren historischen Quellen
gesichtet und ausgewertet habe. Zur ersten Etappe meiner (vorläufigen) Arbeiten, das ich
spätes- tens zur Hauptversammlung der Schützengesellschaft im Jahr
2001 erwarte, werde ich dem 1. Vorsitzenden die ersten Ergeb nisse meiner dann inzwischen
fünf- monatigen Nachforschungen überreichen.
Hagenburg, im November 2000 Carsten Vehling (Leutnant) |
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